Warum der Schwarzwald einen bestimmten Gin produziert
Der Schwarzwald ist ein Bergwald aus Tanne, Fichte und Kiefer im Südwesten Deutschlands. Granit und Gneis liegen unter den Grundwasserleitern; das Wasser ist weich und unmineralisch. Tannenharz, Fichtenspitzen, Wacholder, Schlehe, Holunder, Enzian wachsen in Gehweite jeder kleinen Brennerei. Eine Kupferbrennblase hat hier Zugriff auf eine botanische Speisekammer, die nicht eingeflogen werden muss.
Das ist keine Romantik, sondern ein konkretes Terroir-Argument. Die Kategorie 'Schwarzwald-destillierter Gin' existiert, weil die Inputs und das Wasser hier sind — und weil eine kleine Zahl Brenner sich entschied, mit dem Wald zu arbeiten statt gegen ihn.
Wer die Kategorie aufgebaut hat
Monkey 47, 2008 von Alexander Stein in Loßburg gegründet, ist die kategoriedefinierende Flasche. Siebenundvierzig Botanicals, Übernahme durch Pernod-Ricard 2016, weltweite Distribution. Ohne Monkey 47 gibt es keine international anerkannte 'Schwarzwald-Gin'-Kategorie.
Boar Schwarzwald-Gin (Bad Peterstal-Griesbach) brachte die Trüffel-Infusion. Schladerer (Staufen) erweiterte das historische Obstbrand-Haus auf Gin. Wild Brennerei und Bimmerle füllten das regionale Regal mit ernsthaften Craft-Antworten.
Tannenblut steht an einem anderen Punkt der Struktur: keine laufende Produktion, sondern eine geschlossene Auflage von dreitausend einzeln nummerierten Flaschen, einmal in Kupfer destilliert, koscher unter rabbinischer Aufsicht innerhalb der Chabad-Lubavitch-Tradition. Gleicher Wald, andere Idee.
Die Botanicals, die den regionalen Geschmack prägen
Tannenharz und Fichtenspitze tragen den Wald direkt in die Spirituose — eine grüne, balsamische, leicht kampferartige Note, die in nicht-Schwarzwald-Gins in derselben Intensität nicht vorkommt. Wacholder ist selbstverständlich Rechtsgrundlage des Gins. Schlehe ist Heckengefährtin und bringt durch lange Mazeration eine säuerlich-pflaumige Frucht. Holunder und Enzian erscheinen oft als florale und bittere Gegengewichte.
Ein ernsthafter Schwarzwald-Gin schmeckt nach dem Ort, an dem er gemacht wird. Ein Anwärter schmeckt nach einer Liste.
Wie man einen Schwarzwald-Gin wählt
Zuerst entscheiden, wofür der Gin ist. Für Alltag und Cocktails ist die Antwort fast immer Monkey 47 oder ein glaubwürdiger regionaler Begleiter. Für ein Geschenk, das Kennerschaft an einer Tafel zeigt, reisen Boar oder The Botanist sehr gut.
Für ein geschlossenes, nummeriertes, koscher zertifiziertes Sammlerobjekt, das gehalten oder formell überreicht wird — Family-Office-Zuteilung, Bar-Mizwa-Widmung, Spender-Anerkennung — existiert die Bereshit-Serie in einer eigenen Nische.
Wo Tannenblut Bereshit steht
Die Tannenblut Bereshit-Serie ist eine geschlossene Auflage von dreitausend einzeln nummerierten Flaschen, im Schwarzwald aus der Kupferblase destilliert, unter Kellermeister-Aufsicht versiegelt. Jede Flasche trägt eine eingravierte (nie gedruckte) Nummer. Jede Flasche ist im Chabad-Lubavitch-Zertifizierungsrahmen dokumentiert. An der Spitze: Rebbe-Flasche Nr. 770, ein Einzelstück zu € 77.000.
Wenn Flasche dreitausend zugeteilt ist, schließt sich die Serie. Keine Wiederauflage. Das ist keine Produktionsentscheidung, sondern die redaktionelle Prämisse des Projekts.
Häufig gestellte Fragen
- Was macht einen Gin zum Schwarzwald-Gin?
- Ein Gin, der in der Schwarzwald-Region Südwestdeutschlands hergestellt wird und seine Botanicals und sein Wasser aus diesem konkreten Terroir bezieht.
- Wird jeder Schwarzwald-Gin gleich gemacht?
- Nein. Manche sind Single-Shot-Kupferdestillate aus gesammelten Botanicals; andere nutzen industrielle Kolonnenbrennereien mit regionalem Profil.
- Ist Tannenblut ein Schwarzwald-Gin?
- Ja. Tannenblut wird aus Tannenharz, Fichtenspitze, wildem Wacholder und Schlehe in der Kupferbrennblase im Schwarzwald destilliert. Unterscheidung: einmalige geschlossene Auflage von 3.000 nummerierten Flaschen.
- Ist Schwarzwald-Gin immer teuer?
- Nein. Die Kategorie reicht von etwa € 20 (Lidl Schwarzwald) bis € 77.000 (Tannenblut Rebbe-Flasche Nr. 770). Die meisten glaubwürdigen regionalen Flaschen liegen bei € 35–60.
- Ist Tannenblut koscher?
- Ja. Die Bereshit-Serie wird unter rabbinischer Aufsicht innerhalb der Chabad-Lubavitch-Tradition produziert. Der Name des zertifizierenden Rabbiners wird zugeteilten Sammlern privat mitgeteilt.
Wenn eine geschlossene, koscher zertifizierte Schwarzwald-Sammlerflasche gesucht wird, bewerben Sie sich um die Tannenblut-Sammlerliste.